AAA – Anders Als Andere –

aus Überzeugung, nicht aus Prinzip


Wirkung entsteht, wenn Komplexität verständlich wird.

Über viele Jahre war ich bei der Lignatur AG nicht nur für die Produktentwicklung LIGNATUR verantwortlich – sondern auch dafür, wie wir sie erklären.

Ein gutes Produkt verkauft sich nicht von allein, ein multifunktionales  schon gar nicht.

Hier einige Geschichten, wie Komplexität verständlich wurde.

Ein Glatzkopf, der besser hört

Glatzkopf

In meiner Diplomarbeit zeigte sich: Statik, Ästhetik und Schallschutz sind unsere Themen.

Statik versteht man.
Ästhetik sieht man.
Schallschutz hört man – oder eben nicht.

Doch wie wirbt man für etwas, das man nicht sieht? Wir kauften ein Bild eines Mannes mit Glatze, Hand am Ohr, im Jackett. Der Bauherr, der genauer hinhört. Später suchte ich ein Model, das ihm ähnelt. Ivo Niederdorfer fand es. So entstand der Ingenieur, der das Element trägt. Der Architekt im schwarzen Rollkragen, der die Untersicht prüft.

Viele glaubten, es sei immer derselbe Mann. Der kreative Kopf im Hintergrund.
War er nicht.
Aber die Idee funktionierte.

Aus drei Themen wurden drei Gesichter.
Und plötzlich war Schallschutz sichtbar.

Ein Bild ordnet – bevor der Text beginnt

Piktogramme

In der Beratung wurde alles komplexer.

Statik. Feuer. Ästhetik. Schall. Raumakustik. Wärmeschutz.
Welches Element erfüllt was?
Wo finde ich welche Information?

Multifunktionalität ist schön. Aber sie verwirrt, wenn man sie nicht strukturiert.

Also entwickelte ich Piktogramme.
Klare Symbole. Wiedererkennbar. Reduziert.

Plötzlich konnte man sehen, wofür ein Element steht.
Ohne lange zu lesen.

Kurz darauf tauchten ähnliche Piktogramme bei Mitbewerbern auf. Sogar ein Kopf mit Hand am Ohr.

Heute sind sie selbstverständlich. Damals waren sie ein Strukturierungsinstrument.

Komplexität braucht Ordnung.
Sonst bleibt sie ungenutzt.

Von der Bibel zur Plattform

Vom Workbook zur Worksite

Früher gab es dicke Ordner.
Aussendienstler tauschten Seiten aus.

Das war teuer.
Und nie ganz aktuell.

Ich startete mit einem schlanken Handbuch. Später wurde es das Workbook – quadratisch, viersprachig, ein gebundenes Buch. Voll mit Technik, Normauszügen, Referenzen. Und mit einer Gestaltung, die das Ganze verständlich machte. Gemeinsam mit Ivo Niederdorfer bekam das Workbook eine klare Form.

Die Fachhochschule Biel bekam einen Klassensatz. Man nannte es die „Bibel des Holzdeckenbaus“.

Und dann entschied ich 2018: Alles nur noch online. Die Verkäufer meinten: Das kannst du nicht machen. Einige nahmen das Workbook heimlich weiter mit.

Ich war überzeugt: Lieber zu früh digitalisieren als zu spät.

Also musste die Worksite besser sein.
Schneller. Klarer. Logischer.

Wenn die Struktur stimmt,
folgt das Vertrauen.

Mehr als 100'000 Varianten – die passende

LIGNATUR-Konfigurator

Unterschiedliche Elementtypen, Höhen, Brandwiderstände, Erscheinungsklassen, Oberflächenbehandlungen, Schallschutzbefüllungen, Akustiktypen. 100'000+ Varianten.

Wie zeigt man das?
Ich erinnerte mich an das Kinderbuch mit geteilten Seiten – Kopf, Hemd, Hose kombinierbar.

Warum nicht auch so denken?
Der Konfigurator entstand.

Am Anfang schrieb ich die Logik selbst. Mapping von Anforderungen auf Varianten. So einfach wie möglich erklärt. Damit es programmierbar wird. Christof Keel setzte es um.

Später kam die Datenbank. Mehr Varianten. Einfacher in der Handhabung.

Heute führt der Konfigurator exakt zu den richtigen Dokumenten.
Auflistung von Messprotokollen sind Bibliothek kein Suchspiel.

Und er ist Basis für U-Wert-Rechner, Querschnittskennwerte, EPD-Rechner.

Industrialisierung der Beratung.

Kompetenz statt Häppchen

Messestände

Ein Messestand ist keine Dekoration.
Er ist eine Haltung.

Wie zeigt man ein Deckenelement, das von unten wirkt, ohne dass jemand fragt:
„Ist das eine Wand?“

Wie überrascht man mit Spannweite?

Wie spricht man Ingenieur und Architekt gleichzeitig an?

Und was bietet man an?
Essen – oder Kompetenz?
Ich entschied mich immer für Kompetenz.

Mit starken Messebauern, allen voran Dani Burlet von Messerli, entstanden Stände mit Wirkung. Und Wirkung gehört nach vorne. An der Swissbau durften wir schliesslich im Kopfbau an den Hauptgang. Auf der BAU gewannen wir den AIT-Preis.

Wer sichtbar denkt, bekommt Sichtbarkeit.

Swissness als Haltung, nicht als Behauptung

Swissness

Wie beschreibt man die Swissness einer Holzdecke?

Auf einem Messestand sagte mir einmal jemand: „Ich dachte, das sei ein Schweizer Produkt – aber viele auf dem Stand sind ja Deutsche.“ Er hatte recht. Und wir waren immer froh um die vielen kompetenten deutschen Kollegen.

Doch die Frage blieb:
Wie zeigt man Swissness, ohne darüber zu reden?

Nicht mit Flaggen.
Nicht mit Marketing-Sätzen.

Ich entschied mich für eine einfachere Lösung.

Ein Schweizer Kreuz, sichtbar gemacht mit der Akustikperforation auf der Deckenunterseite. Kein Druck. Kein Aufkleber. Sondern Teil des Produkts.

Auf der Website ersetzte ein abstrahierter Kuhkopf den üblichen Punkt oder Pfeil zum Blättern durch Referenzen. Ganz ohne Erklärung.

Manchmal reicht ein Zeichen.
Wenn es ehrlich gemeint ist.

Die erste Karte auf dem Pausentisch

Weihnachtskarte

Weihnachtskarten gehen oft unter.
Nicht, wenn sie die erste ist.

Sie soll Architektur. Holzbau. Dankbarkeit zeigen.
Sie soll Gespräche anregen.

Und sie war immer bewusst eine Drucksache.
Kein Newsletter. Kein Massenmail.

Direkt. Persönlich. Haptisch.

Beratung endet nicht beim Produkt.
Sie lebt von Beziehung und Vertrauen.

Beratung aus Überzeugung

Beratung bedeutet für mich nicht, etwas zu verkaufen.
Beratung bedeutet, Komplexität so zu ordnen, dass Entscheidungen möglich werden.

Ich habe viele Jahre Produkte erklärt, strukturiert, visualisiert und digitalisiert.
Vom Glatzkopf bis zum Konfigurator.

Wenn Sie ein Produkt haben, das mehr kann, als man auf den ersten Blick versteht oder wenn Ihre Kommunikation die Wirkung erzielen soll, die sie verdient, freue ich mich über einen Austausch.

Anders Als Andere.
Manchmal ein Glatzkopf.